[Film] Berlin Syndrom

© Sony Pictures

Ich muss gestehen, dass „Berlin Syndrom“ eher spontan und ohne große Erwartungen in mein Filmregal gewandert ist und ich nicht wirklich wusste, was mich hier erwarten wird, sodass ich vollkommen neutral an dem Film herangehen konnte. Letztendlich muss ich aber sagen, dass mir der Film gut gefallen hat, denn dieser bringt nicht nur jede Menge Spannung und Drama mit sich, sondern kann vor allem mit einem gut ausgewählten Cast überzeugen.

Der Film ist dabei recht schnell erzählt: Clare, eine Rucksacktouristin aus Australien, befindet sich gerade in Berlin und lernt dabei den Lehrer Andi kennen, der ihr direkt sympathisch ist. Nach kurzer Kennenlernzeit geht sie zu ihm mit nach Hause und muss am nächsten Morgen feststellen, dass sie keinerlei Möglichkeit hat, Andis Wohnung zu verlassen, da dieser sie bei sich eingeschlossen hat. Clare schwankt dabei immer wieder zwischen Gelassenheit und Panik und lässt sich jedoch immer wieder auf Andi ein, obwohl dieser sie auch weiterhin nicht gehen lassen möchte. Dies ist einerseits sehr spannend zu beobachten, allerdings bekommt man hierbei auch das gesamte Drama mit, was sich in Clares Kopf abspielt und vor allem, weshalb Andi ihr die Gefangenschaft antut.

Man bekommt es hier mit zwei insgesamt recht interessanten, wenn auch nicht immer sympathischen Charakteren zu tun, die beide stellenweise mit ihren ganz eigenen Lasten durchs Leben gehen. An sich habe ich die beiden gerne beobachtet und fand es besonders interessant, wie Clare aus der Wohnung gelangen wollte, allerdings hat sich die Handlung auch oftmals wie Kaugummi gezogen, da diese oftmals auf der Stelle stehengeblieben ist.

Trotz der Längen muss man aber sagen, dass man hier eine spannende und dramatische Geschichte geschaffen hat, die besonders von dem guten Cast lebt, denn besonders Teresa Palmer und Max Riemelt harmonieren vor der Kamera sehr gut miteinander, dass man ihnen ihre Geschichte abkauft.

Somit ist der Film trotz einiger Längen definitiv einen Blick wert, wenn man sich gerne mit Themen wie das Stockholm Syndrom auseinandersetzen möchte.

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Steep [Games]

Ich muss schon sagen: „Steep“ ist eine kleine Wundertüte für mich. Während ich noch am Anfang gesagt habe, dass ich das Spiel wohl niemals länger als eine Stunde spielen würde, hat sich das Spiel dann doch als großer Spaß herausgestellt, sodass ich das Spiel dann doch seit mittlerweile knapp dreißig Stunden spiele.

Auffällig sind hier zunächst die Landschaften, die man sich sowohl aus Fahrerperspektive als auch von oben anschauen kann. So wunderschön diese auch sind, so erscheint sie auch manchmal ein wenig lieblos. Dies fällt besonders bei den kleinen Dörfern auf, die immer wieder vorzufinden sind. Diese sind einfach nur zugeschneit und man hat nicht den Eindruck, als würden hier tatsächlich Menschen leben. Gleichzeitig fehlt es den Alpen und Co. auch an Wanderern, sowie an Tiergeräuschen, die das Spiel hätten lebendiger machen können.

Die Steuerung ist recht simpel, allerdings manchmal allerdings auch sehr ungenau und als Spieler braucht man sehr lange, bis man zum Stehen kommt. Dennoch sollte bei der Stellung eigentlich niemand großartig Probleme haben. Die Kameraführung ist dagegen manchmal ein wenig hakelig, aber auch hier kann man sich mit ein wenig Geduld durchaus reinfuchsen.

Die jeweiligen Herausforderungen sind nett gemacht und machen oftmals viel Spaß, allerdings muss man auch zugeben, dass manche Challenges es doch in sich haben und ganz schön frustrierend sein können, was allerdings nicht unbedingt schlecht ist, da man sich auch so in das Spiel hineinfuchsen muss.

Wer jedoch mal keine Challenges annehmen möchte, sondern lieber einfach nur die Alpen und Alaska erkunden möchte, der kann auch die Landschaften normalen abfahren, bzw. abfliegen und dabei geheime Orte entdecken und neue Challenges freischalten. Außerdem erhält man u.a. Erfahrungspunkte, wenn man längere Zeit nicht gestürzt ist oder mehrere Kilometer am Stück gefahren ist.

Die Ladezeiten sind recht kurz gehalten, lediglich die einmalige Anmeldung pro Start und auch der Wechsel von den Alpen zu Alaska dauern ein wenig länger, was man jedoch verschmerzen kann. Wer das Spiel auf der normalen Playstation 4 spielt, muss allerdings mit kleineren Rucklern rechnen, die auf der Playstation 4 Pro allerdings nicht mehr auftauchen.

Insgesamt gesehen ist „Steep“ eine nette Funsport-Simulation für zwischendurch, die definitiv Spaß machen kann, wenn man sich auf die verschiedenen Sportarten einlassen kann und auch mal für ruhigere Momente in Spielen offen ist.

Chester Bennington

Im Jahr 2000, als ich 17 Jahre alt war, habe ich zum ersten Mal von einer Band namens Linkin Park gehört, die mir von einer Mitschülerin empfohlen wurde. Ich war direkt neugierig und bin noch am selben Tag zu Saturn gefahren, um mir „Hybrid Theory“, ihr erstes offizielles Album, zu kaufen. Seitdem war ich ein großer Fan der Band.

Chester Bennington, Mike Shinoda und Co. waren allerdings von Anfang an auch mehr als nur eine Band für mich. Sie sind für mich eine Band, die mich von Anfang an nicht los gelassen hat. Eine Band, bei der ich mich mehr verstanden gefühlt habe, als bei den meisten meiner Mitmenschen.

Linkin Park haben mir mit ihren Texten nicht nur gezeigt, dass ich mit meinen oftmals düsteren Gedanken und Gefühlen nicht alleine bin, sondern gaben mir das Gefühl, vollends verstanden zu werden, sodass ich bis zum heutigen Tage jedes Album und jede Single besitze und die Band bereits mehrfach live erleben durfte.

Gestern stand jeoch die Welt still, denn Chester Bennington hat sich in seinem Haus das Leben genommen. Mein Idol, der mir so oft aus der Seele gesungen hat, ist nicht mehr da. Der Mensch, der so oft über seine Ängste und Depressionen sprach, hatte am Ende keine Kraft mehr. Ich bin unendlich traurig.

Heute habe ich mal wieder meine Playlist geöffnet und einige meiner Lieblingssong gehört: „Numb“, „In the End“, „Crawling“, „Given Up“, „Leave Out All the Rest“ – die Liste ist nahezu unendlich. Diese Songs habe ich nicht nur bewusster als sonst gehört, sondern auch das ein oder andere Tränchen verdrückt.

Danke Chester Bennington, dass du mir so viel mit deiner Musik, deinen Zeilen und deiner Stimme gegeben hast. Danke, dass du in meiner Jugend das Licht am Ende des Tunnels warst und mir immer wieder Kraft gegeben hast. Du magst am Ende vielleicht keine Kraft mehr gehabt haben, aber du wirst für viele unsterblich sein.

[Film] Die Hollars – Eine Wahsinnsfamilie

Filme mit Anna Kendrick habe ich bislang eigentlich immer sehr gerne gesehen, sodass ich auch auf „Die Hollars – Eine Wahnsinnsfamilie“ aufmerksam geworden bin. Da die Kurzbeschreibung zum Film recht interessant und nach einer guten Komödie klang, habe ich den Film direkt nach Erhalt in den Player geworfen und war sehr gespannt.

Nun, an sich ist der Film handwerklich gut gemacht und auch der Cast ist in sich stimmig und hat gut miteinander harmoniert. Allerdings muss man hier ganz klar sagen, dass es sich bei „Die Hollars“ nicht wirklich um eine „wahnsinnig komische“ Komödie handelt, sondern vielmehr um Dramedy, was für mich jedoch zum Großteil in Ordnung war, dennoch hätte man den Film meiner Meinung nach anders bewerben müssen.

Die Geschichte ist dabei schnell erzählt: Sally Hollar, die Chefin der Familie, ist schwer erkrankt und auf Hilfe angewiesen. Dabei erhält sie Unterstützung ihrer gesamten Familie, was jedoch auch manchmal in einem ganz schönen Chaos enden kann. Dennoch merkt man hier, wie liebevoll alle miteinander umgehen und wie sie zueinander stehen, sodass man hier eine interessante und liebenswerte Familie vorgesetzt bekommt.

Dennoch gibt es auch viele ernste Momente, die so gar nicht zu einer Komödie passen wollten, einen aber dennoch zum Nachdenken anregen konnten. Dennoch bin ich am Ende doch ein wenig enttäuscht, denn obwohl der Film an sich ganz nett ist und nicht wirklich weh tut, ist es leider kein Film, der letztendlich groß im Gedächtnis bleibt, sodass ich mir hierbei schon ein wenig mehr erhofft habe.

Dennoch: Wer an einem verregneten Nachmittag mal wieder gerne eine Dramedy schauen möchte, sollte mal einen Blick auf „Die Hollars – Eine Wahnsinnsfamilie“ werfen.